Nach einer Nacht im Biwak sammelten wir wenige Birkenblätter am Bach, bereiteten sie sorgsam zu und ließen das Garn im warmen Bad rasten. Als die Sonne über den Grat stieg, glühte ein gelber Schal, der jede spätere Wanderung mit Erinnerung wärmte.
Einmal wurde das Wasser zu heiß, die Wolle wirkte stumpf. Erst durch pH-Korrektur, langsames Aufheizen und einen sanften Eisenabschluss entstand ein tiefes Oliv. Seitdem protokollieren wir akribisch und testen Kleinstmengen, bevor empfindliche Stränge kostbarer Bergschafwolle ins Farbbad eintauchen.
Beim Tausch von Proben mit einer Hütte im Nachbartal entdeckten wir überraschende Unterschiede trotz gleicher Art. Mikroklima und Wasser machten den Ausschlag. Solche Begegnungen verbinden, vertiefen Verständnis, und laden ein, Fragen zu stellen, Hinweise zu geben und gemeinsam nachhaltige Farbwege zu entwickeln.